Lüftung spezial mit stimmen aus dem Netz

Das Wort zum Sonntag: Qualität und Qualitätskontrolle?

Die letzten 2-3 Wochen waren sehr aufregend. Immerhin sollte in KW19-20 eine Übergabe stattfinden, doch bei den Mängeln die wir noch gefunden hatten war das schon sehr utopisch. Lange Zeit habe ich mich auch mit dem Schreiben etwas zurückgehalten um Kampa eine Chance zu geben es mal richtig zu machen. Leider wurden wir da wieder etwas enttäuscht.

Das Problem bei Kampa sind eigentlich 3 Probleme, die sich auch zusammenfassen lassen:

  • Schlechte Subunternehmer den man dauernd auf die Finger schauen muss
  • Schlechte oder zum Teil fehlende Kommunikation mit dem Bauherren
  • Zu wenig Bauleiter für zu viele Baustellen

Doch wie könnte man es besser machen? Ich würde sagen, relativ simpel: Mehr Qualifiziertes Personal für die Baustellen. Und wenn der Fachkräftemangel wirklich so schlimm ist, dann sollten weniger Aufträge angenommen werden. Bei meinem Arbeitgeber müssen wir auch schon mal Aufträge ablehnen weil wir nicht genug Personal haben und nicht einfach was zurechtbasteln nach dem Motto “Passt schon”.

Doch der Reihe nach, seit dem 19.4 schicken wir immer mal wieder Dinge an Kampa die uns aufgefallen. Wir sind ja anscheinend öfters an der Baustelle als der Bauleiter, leider sind wir nur nicht vom Fach und sehen nicht alles direkt. Manchmal bekommen wir eine kurze Antwort auf diese Mail. Es ist aber auch schon einige Male vorgekommen, dass wir nur daran das die Handwerker es behoben haben, gemerkt haben dass die Mail angekommen ist. Wäre es so schwer einfach eine Antwort zu schicken? Wenn die Bauleiter dafür keine Zeit haben, vielleicht sollte man dann in Aalen eine Assistenz für die Bauleiter einstellen? Dass die Bauleiter keine Mails auf der Autobahn schreiben können leuchtet ein, aber mit einer Freisprecheinrichtung telefonieren und jemand zu instruieren was getan werden muss? Oftmals sind es ja auch Terminkoordinationen, Nachfragen und das Verteilen von Arbeit an andere, bzw. das Einholen von Informationen. Das sollte eigentlich auch eine Assistenzkraft nach Rücksprache mit einem Bauleiter können, und ich glaube da kann man noch was am Arbeitsmarkt finden oder Anlernen.

Doch dann ein Lichtblick, wegen der ganzen Probleme wollte sich der zuständige Oberbauleiter das ganze mal anschauen. Leider war der Termin so spontan das wir nicht teilnehmen konnten. Am Tag danach riefen wir den Oberbauleiter dann an, wir hatten unseren Bauleiter nicht erreicht, und hatten das Gefühl es den Oberbauleiter nicht sehr interessierte was bei uns so passiert. Wir sollten unseren Bauleiter fragen, der würde sich um alles kümmern und hätte viel mit den Handwerkern gesprochen. Auf Nachfrage wegen dem Lüftungsschlitz im Wohnzimmer (Erklärung folgt weiter unten) hieß es nur lapidar, dass könne man nicht mehr ändern. Also, zu früh gefreut. Ich hoffe wenigstens das wir nach dem Mehrfachen einfordern weniges mal eine Stellungnahme zu den beschrieben Problemen bekommen. Und dann schauen wir mal was wir damit machen.

Doch neben den nicht funktionierenden Prozessen und nicht ernstgenommenen Bauherschaften, kommen wir mal zurück zu so ein paar Highlights der Probleme.

Die Innenwände, ein schwieriges Thema das Hochkomplex ist. Holzbalken, darauf wahrscheinlich eine Lattung, oder auch nicht und dann kommen Hardboard Platten. Alles Komponenten mit einer definierten Dicke, die von den zu verspachtelnden Rändern der Hardbordplatten eigentlich konstant ist. Somit sollte eine Wand eigentlich die selbe Dicke haben und, wenn eine Seite Lotrecht steht sollte das bei der anderen auch der Fall sein. Wir haben Wände bei uns das ist das nicht der Fall oder sie haben ihre Höhen und Tiefen im Wandverlauf. Und damit das nicht Langweilig wird, bei Decken geht das auch…

Auch wurden nicht überall die Fugenbänder eingebracht, die Risse in den Ecken verhindern sollen. Die ersten hatten wir schon und das wurde durch Acrylfugen überarbeitet. Schauen wir mal wie lange das hält. Damals bei der Bemusterung hat man uns erklärt, das sei eine hochwertige Wandaufbereitung. Erst wird alles verspachtelt und Unebenheiten aufgefüllt, dann alles glatt geschliffen und dann mit Malervlies beklebt. Als abschließendes Finish wird das weiß gestrichen und erhält so durch das Malervlies eine angenehme und strukturierte Oberfläche. Hier sieht das so aus: verspachteln, schleifen, kleben und streichen, soweit so gut, doch dann: Löcher von anderen Gewerken noch zuspachteln und überstreichen, den Bauherren Dellen in der Wand finden lassen, drüber spachteln und neu streichen. Angeblich sieht man hinterher keinen Unterschied zwischen der dem gestrichenen Malervlies und dem gestrichenen Überspachtelten. Also im Moment sehen wir den noch. Zur Herkunft der Probleme kann ich nur Raten, während der Estrichtrocknung haben wir entsprechend der Vorgaben des Bauleiters gelüftet. Wobei auch interessant ist, unser erster Bauleiter sagte auf unsere Frage nach Bautrocknern statt lüften, um nicht immer so weit zu fahren, “bloß nicht”! Der zweite Bauleiter sagte: Das machen viele meiner Bauherren so. Soviel zu einem einheitlichen Bild. Wir könnten uns vorstellen das es etwas mit Wasser im Keller zu tun haben könnte das wir selber raussaugen mussten weil Kampa’s Handwerker es nicht geschafft haben passendes Gerät bereit zu stellen. Aber das ist Spekulation. Das Problem mit den Hardboard Platten hatte Kampa ja auch (Nach Hinweis durch uns, bzw. unseren Gutachter der es gesehen hat) ja sich auch gekümmert und um die 26 Hardboard Platten Mitte März ausgetauscht. Jetzt stellt sich uns die Frage, wurde damals nicht genau genug Kontrolliert, oder sind die Wände seitdem schlimmer geworden? Und vor allem warum ist das den Putzern nicht aufgefallen? Einige dieser Dellen konnten mit einer 1 Meter Wasserwaage gefunden werden, zum Beispiel im Bad. Auch fragen wir uns ob die Handwerker Ihre Arbeit auch prüfen, vergesst die Teil. Die Frage ist, warum prüft Kampa das nicht? Wahrscheinlich keine Zeit oder kein geeignetes Personal. Wir warten jetzt mal ab, was die Kampa Handwerke aus den Wänden machen, und ob wir am Ende immer noch einen Unterschied sehen.

Und das ist nicht das einzige Problem wo die Handwerker Mist gebaut haben, und das ohne eine erhöhte Präsenz Vor-Ort nicht aufgefallen wäre: Unser Schimmel Rollladenkasten, über den ich schon am 30 März berichtet habe. Seit dem 6. April liegt der neue Kasten endlich auf der Baustelle und sollte laut Aussage unseres Bauleiters schnellstens eingebaut werden. Am 12. Mai haben wir gesehen das der Kasten verputzt war, und dachten uns “Naja am 9. Mai war der noch nicht eingebaut, aber das könnte ja von der Trocknungszeit für den Montageschaum, der wahrscheinlich benötigt wurde passen.”. Im Container sah ich dann den neuen Kasten liegen, als ich vorbei ging. Darauf habe ich die Handwerker gefragt ob der Kasten den die verputzt haben mit Klebeband abgeklebt war, es war nicht einfach aber es klappte diesmal ohne Google Translator, und man sagte “Ja”. Kerstin ist hochgradig allergisch und Asthmatikerin, und das weiß Kampa! Deswegen verstehen wir eh nicht, abgeklebt hin oder her, warum das nicht schon längstens erledigt wurde. Selbst für einen normalen Menschen ist das schon ein Gesundheitsrisiko. Also den Bauleiter angerufen, der sagte erstmal, “kann nicht sein, der wurde ausgetauscht…” Nach einem Telefonat mit der Firma korrigierte und entschuldigte er sich allerdings.

Aber hier stellt sich wieder die Frage, wie gehe ich mit Mängel um? Ich kenne das so, dass ich wenn ein Kunde etwas bemängelt ich auch die Behebung nachweise, gerade wenn man es nicht direkt sehen kann. Das klappt auch bei IT Projekten, wo man nicht mal eben ein Foto machen kann, warum nicht beim Hausbau wo jeder eine Kamera im Handy hat? Vom Bauleiter kam auf die Frage wie das passieren konnte nur die Antwort, er müsse sich auf die Subunternehmer und deren Aussagen verlassen. Meine persönliche Meinung: “NEIN” vor allem nicht wenn es schon genügend Fälle gegeben hat wo ich gesehen habe dass es nicht Funktioniert. Dann muss ich die Kontrollieren, und wenn ich nicht die Zeit habe, muss ich Personal einstellen oder Organisatorische Maßnahmen ergreifen wie Mängelprotokolle die die Handwerker unterschreiben und wenn wie hier das auch nicht reicht, mit Fotos beweisen. Ansonsten gibt es kein Geld.

Und das die Handwerker nicht mitdenken sieht man am Lüftungsschlitz im Wohnzimmer. Schief montiert statt parallel zur Wand, den Estrichlegern war das egal, die waren eh spät dran weil Elektro noch nachbesser musste, den Fliesenlegern war es egal, das wird schon so stimmen. Wir haben das vor lauter anderen Problemen nicht gesehen, und der Bauleiter, der ja vom Fach ist, hat es auch nicht gesehen oder es war schon zu Spät. Vielleicht dachte man auch, das merkt schon keiner…. Ein Bauherr aus unserem Baugebiet hat es dann bemerkt als er sich mal unser Haus anschaute. Dazu passt ganz gut ein Kommentar von Facebook zu dem Foto: “Echt jetzt???? Hand in Hand, gegen die Wand…” Weitere Stimmen gibt es im Artikelbild zu lesen.

Wir, und ich denke da sind wir nicht die einzigen Bauherren, verstehen nicht, wie Kampa ihren eigentlich zurecht guten Ruf so vernichten können. Selbst wenn wir nochmal mit Kampa bauen würden, nie wieder Schlüsselfertig! Für die Zeit und Nerven die wir investieren, hätten wir auch uns eigene Handwerker suchen können. Das hätte nicht nur Geld gespart, sondern auch so nette Aussagen wie “Musst du sagen Bauleiter!”. Der dann manchmal auch nur mit den Schultern zuckt, wenn man ihn dann erreicht hat.

Da hilft auch die Versicherung von Herrn Haas nicht viel, dass wir ein Einzelfall wären und es sonst überall gut läuft. Und auch nach dem Feedback aus der Facebook Gruppe “Bauen mit Kampa” denke ich, wir sind gar nicht so alleine, wir legen nur den Finger in die Wunde. Wir wollen keinen “Mercedes” bezahlen und nur ein “Dacia” bekommen. Wir wollten die Qualität und waren bereit dafür mehr zu bezahlen, langsam fragen wir uns ob wir diese Qualität nicht auch für deutlich weniger Geld bekommen hätten.

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Veröffentlicht von

Fabian Niesen

Fabian Niesen ist seit Jahren beruflich als IT-Consultant unterwegs und arbeitet bei der Steep GmbH in Bonn. Seine Hobby’s sind Social Media, Bloggen, Mittelaltermärkte und Historische Lieder.

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